Ausland
Deutschland schiebt Afghanen ohne Vorstrafe nach Taliban-Afghanistan ab
Die Bundesregierung schiebt erstmals seit der Rückkehr der Taliban im Jahr 2021 einen afghanischen Asylbewerber ohne Strafverurteilung nach Afghanistan ab. Bei dem Mann handelt es sich um einen Ingenieur, der für westliche Kräfte unter anderem eine Polizeistation gebaut hatte und vor den Taliban flüchtete. Während die Regierung bisherig nur Straftäter abschieb, wird dieser Fall als Ausnahme behandelt. Innenminister Dobrindt begründete die Entscheidung, die international kritisch betrachtet wird.
So berichten links, Mitte und rechts
| Politisches Spektrum | Framing der Berichterstattung |
|---|---|
| Links | Linke Medien fokussieren auf die persönliche Tragödie und Heuchelei: Ein Ingenieur, der für westliche Sicherheitsinteressen arbeitete und sich nun der Verfolgung ausgesetzt sieht, soll trotz fehlendem Strafrekord abgeschoben werden. |
| Politische Mitte | Mitte-Medien rahmen es als sachliche Ausnahmesituation: Eine faktische Regelabweichung der Bundesregierung, die sonst Abschiebungen nach Afghanistan unterlässt, wird hier erstmalig umgesetzt. |
Schlagzeilen quer durchs Spektrum
- «Zwei Tage Italien-Reise, jetzt soll Ingenieur ohne Vorstrafe zurück nach Afghanistan» — Frankfurter Rundschau (links)
- «Grüne sprechen von „gefährlichem Irrweg“: Deutschland schiebt erstmals Afghanen ohne Straftat ab» — Tagesspiegel (links)
- «Erstmals seit Taliban-Rückkehr: Deutschland schiebt Mann ohne Straftaten nach Afghanistan ab» — n-tv (mitte)